|
Tosa Inu
(Ursprungsland Japan)
FCI-Standard
update 13.01.2008
© by
Vero Stocchetti
Die Heimat des
Tosa Inu ist Shikoku - die kleinste der vier japanischen
Hauptinseln. Mitte des 17. Jahrhunderts war der Hundekampf auch in
Japan eine große Leidenschaft. Mit dem Ende der Meji-Epoche, endete
auch die Isolationspolitik der Japaner. Dies hatte zur Folge, das
immer mehr Ausländer und mit ihnen ihre großrahmigen Hunden ins Land
kamen.Die Japaner waren von dessen Größe, Kraft und Ausdauer
begeistert. Also begann man die eigenen Hunde vom Typ des Akita und
Shikoku-Ken mit
den ausländischen Hunden kreuzen. Wesentlich zum Einsatz kamen dabei
1872 der Bulldog, 1874 der Mastiff, 1876 der Pointer, 1924 die
Deutsche Dogge, Bullterrier und Bernhardiner, sowie 1954 die
Bordeaux Dogge. So entstand die uns heute bekannte Rasse, welche den
Namen der Region erhielt, in der sie erschaffen wurde - Tosa.

Der zweite Weltkrieg war auch für den Tosa beinahe der Niedergang.
Es blieben nach dessen Beendigung nur noch eine Handvoll Hunde über.
Da es in dieser schweren Zeit als unpatriotisch galt solch große
Hunde zu halten - immerhin hungerte die Bevölkerung - brachte man
die restlichen Hunde in den besser versorgten Norden. Hier ging man
daran den Tosa neu zu erschaffen.Im Vordergrund der japanischen
Zucht stehen Hunde welche funktional, gesund und ausdauernd sind. Es
wurde niemals auf Aussehen gezüchtet.
Auch heute noch betreiben die Japaner wenig Linienzucht, sondern
bevorzugen die Kreuzzucht, welche eine größere Genstruktur bedingt.
(Lit. Helmuth Wachtel "Hundezucht 2000") Daher erklärt sich auch
sein immer noch sehr unterschiedliches Aussehen in Bezug auf Größe,
Gewicht, Farbe und Typ. Der Tosa Inu ist wahrscheinlich der einzige
Hund auf der Welt, welcher immer noch zu offiziellen Hundekämpfen
herangezogen wird.

Allerdings entwickelten die Japaner (gemäß ihrer Mentalität) eine
Art des Kampfes, welche in keiner Weise mit dem bekannten
Pitbullkämpfen vergleichbar ist. Der Kampf ist von heiligen Ritualen
und Prozessionen geprägt. Ähnlich wie beim Sumoringen versuchen sich
die Hunde umzuwerfen und auf dem Boden festzuhalten. Geringste
Anzeichen von Ängstlichkeit oder Aggressivität oder ein Beissen des
anderen Hundes führen zum sofortigen Abbruch des Kampfes. Gekämpft
wird ausschließlich zwischen Rüden in zwei Gewichtsklassen. Trotz
dieser Rituale und der unblutigkeít dieser Kämpfe ist und bleibt der
Hundekampf eine Perversion, welche von uns abgelehnt wird.
Die seriösen Züchter achten bei ihren Verpaarungen darauf,
ausschließlich Hunde zu verpaaren welche in keinster Weise agressiv
sind. Die Zahl der aktiven Kämpfer ist auch in Japan rückläufig.
Heute findet der Tosa seinen Platz weitestgehend als treuer Kamerad
der Familie sowie als verläßlicher Wachhund.
© by
Vero Stocchetti |